Der „Häuptling“ der Pfadfinder

Erschienen am 29. Dezember 2009 in Presse

DPSG Saerbeck e.V.

 

„Er ist auffällig geworden“, dieser Spruch wird meist im negativen Zusammenhang gegenüber Jugendlichen gebraucht. In Saerbeck leben, lernen und helfen aber viele junge Erwachsene, ohne dass ihre ehrenamtliche Arbeit sofort ins Auge sticht. Dabei sind sie der Kleber, der eine Gesellschaft überhaupt zusammen hält. Robert Bodem ist einer dieser jungen Menschen, die sich stark engagieren und ohne die viele Vereine nicht auskommen würden. Der gelernte Gießerei-Mechaniker ist seit 1995 ein Mitglieder der Saerbecker Pfadfinder und seit einiger Zeit Vorsitzender des Stammes. Neben Abenteuern mit den „Pfadis“ erlebt er auch spannende Einsätze bei seiner Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr, nicht nur als Ober-Feuerwehrmann, sondern auch als Instrukteur der Jugend-Sparte. Viele wären mit diesen Aufgaben schon reichlich ausgelastet, nicht aber der 25-Jährige Saerbecker. Nach seiner Kommunion entschied er sich, Messdiener zu werden. Lange Zeit hat er eine eigene Gruppe geleitet. Motivationsprobleme haben ihm nie geplagt: „Ich war früher selbst in diesen Jugend-Vereinen und hatte immer nette Gruppenleiter. Da ist es selbstverständlich für mich, diese Hilfsbereitschaft an die nächste Generation weiterzugeben.“ Jahrelang war es kaum ein Problem, die Gruppenstunden zu füllen. Nach dem Neubau des Pfadfinder-Heims stiegen die Mitgliederzahlen wieder an, bei den Messdienern lief es gut, und freiwillige Brandbekämpfer gab es in Saerbeck genügend. Diese Lage ändert sich momentan, das stellt auch der mehrfache Gruppenleiter fest: „Immer weniger Kinder melden sich an, die Anziehung durch Fernsehen und Computerspiele überlagert oft soziale Interessen.“ Um neue, interessante Freizeitangebote zu schaffen, versuchen die Ehrenamtlichen immer wieder neue Projekte anzubieten. Dieses Jahr entstand an der Hütte des Stammes ein neuer Spielplatz, ermöglicht vor allem durch die großartige Hilfe vieler Ehrenamtlicher. „Dieses Projekt zeigt, was wir erreichen können, wenn jeder ein Stück mit anpackt“, betont Robert Bodem. Wie die Zukunft der einzelnen Jugend-Vereine aussieht, weiß selbst der erfahrene Gruppenleiter nicht genau. „Es wäre wirklich schade, wenn wir diese Jugendgruppen nicht aufrecht erhalten könnten, aber wenn weiterhin immer weniger Kinder kommen, sieht es düster aus.“ Die Auswirkungen des Miteinanders in den Gruppen beschränkt sich für den Stammes-Vorsitzenden nicht nur auf die gemeinsame Zeit: „Die Kinder lernen neben Spaß an Bewegung vor allem soziale Kompetenz und ein freundliches, hilfsbereites Miteinander, und das kann ihnen weder der Fernseher noch ein Computer vermitteln“.

Quelle: Westfälische Nachrichten

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