Pfadfinder-Lager in Schweden: Wen stört schon der Regen?

Erschienen am 30. Juli 2015 in Presse

DPSG Saerbeck e.V.

 

Die Saerbecker Pfadfinder lassen sich vom Regen in Schweden ihr Sommerlager nicht vermiesen. Wölflinge und Rover rücken in der großen Jurte rund ums Lagerfeuer eben etwas näher zusammen, gehen trotzdem ins Gelände und lassen es sich gut gehen. Jetzt meldeten sie sich via E-Mail aus Blidingsholm Gard.

So eine Jurte ist etwas wirklich Feines. Das zeigt sich in diesen Tagen im Lager der Saerbecker Pfadfinder in Schweden. Das Wetter ist nämlich auf dem internationalen Pfadfinder-Zeltplatz in Blidingsholm Gard an der Asnen-Seenplatte nicht anders als hier in Saerbeck: Es regnet immer wieder. Deshalb steht die Jurte mit ihrer Öffnung im Dach mittlerweile rund um das Lagerfeuer und im Mittelpunkt des Geschehens. Dort wird über dem offenen Feuer gekocht, Stockbrot gebacken, es werden Feuermeditationen und Traumreisen unternommen und Schnitzereien angefertigt.

Zum Glück gibt es aber auch Tage mit weniger „Segen von oben“ für die 25 Kinder, acht Leiter und das begleitende Elternpaar. Dann geht es ins Gelände, berichtete jetzt Mitfahrer und Stammesvorsitzender Andre Löckener per E-Mail. Die Seen der Asnen-Platte laden zum Angeln oder zu Touren in dem mitgebrachten Schlauchboot ein.

Und die Altersstufen sind für sich unterwegs. Die Wölflinge (sieben bis zehn Jahre) und die Jungpfadfinder (zehn bis 13 Jahre) übernachteten jeweils einmal in einer acht Kilometer entfernten Scheune, die als Außenstelle zum Zeltplatz gehört. Die Pfadfinder (13 bis 16 Jahre) waren in Kanus auf den Seen unterwegs. Und ganz im Sinne des Pfadfindens haben sich die Rover (16 bis 20 Jahre) die Augen verbunden und ließen sich zwölf Kilometer vom Zeltplatz entfernt im Unbekannten aussetzen – Karte und Kompass wiesen den Weg zurück.

Von rund 1000 Pfadfindern, überwiegend aus Deutschland und Dänemark, berichtet Andre Löckener. Man erkundet gegenseitig die Lagerplätze, kommt am Lagerfeuer ins Gespräch, singt zusammen. Das Fußballturnier der Stämme ist bisher am Regen gescheitert.

Etwas anders als üblich fiel die Lagerhochzeit aus. Das Ehepaar Hochbaum aus dem Elternbeirat der Pfadfinder sorgt nämlich nicht nur im Küchenzelt für die Verpflegung. Es hatte im Lager auch seinen zwölften Hochzeitstag, für den Leiter und Kinder die Feier organisierten. Kalt erwischt wurde Thorsten Hochbaum zusammen mit Stephan Saggau, die beide das erste Mal in ein Pfadfinderlager mitgefahren waren und traditionsgemäß im See ihre Lagertaufe erhielten. Weitere Andenken an das Lager bietet der Scoutshop des Zeltplatzes: schwedische Taschenmesser und Kluft-Aufnäher.

Die Pfadfinder verstehen sich auch als weltweites, weit gespanntes Netz. Von eben diesem wurden die Saerbecker auf der 800 Kilometer langen Hinfahrt aufgefangen. Vor anderthalb Wochen führte nämlich eine Panne bei einem der vier Bullis zu einer Zwangsübernachtung auf der Ostseeinsel Fehmarn. Den Sportplatz als spontanen Zeltplatz organisierte das frühere Stammesmitglied Judith Schweppe, die mittlerweile auf Fehmarn lebt. Am nächsten Mittag hatten Pfadfinder aus Saerbeck ein Ersatzfahrzeug gebracht, es konnte weitergehen nach Dänemark und über die Öresund-Brücke nach Malmö in Schweden.

Die Rückkehr ist für Samstag geplant – dann hoffentlich ohne Panne und an einem Tag.

 

Von Alfred Riese, Westfälische Nachrichten

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