Turbo-Tannenbaumsammler

Erschienen am 12. Januar 2014 in Presse

DPSG Saerbeck e.V.

 

Lediglich gut drei Stunden brauchte es am Samstag, um die Weihnachtsbäume im Dorf abzuräumen. Pfadfinder, Jugendfeuerwehr, Jugendrotkreuz, Bundeswehr-Reservisten und Landjugendliche auf den Treckern klapperten ab zwölf Uhr in sieben Bezirken die Wohngebiete ab und entsorgten gewohnt flott die nadeligen Weihnachtsreste.

Neu in diesem Jahr: Der Spendenerlös fließt nicht wie bisher zum Großteil der Caritas-Tafel und der Regenbogengruppe für Menschen mit Behinderung zu. Das Geld kommt den beteiligten Jugendverbänden selbst zugute, kündigte der Pfadfindervorsitzende Andre Löckener an.

Mit 96 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen war die Zahl der Helfer um rund ein Drittel höher als in den vergangenen zwei Jahren. Nach kurzer Einweisung an der Bürgerscheune beendete Koordinator Andre Löckener aufkommende agrar-technische Eitelkeiten („Ich will auf den Deutz-Fahr“) pragmatisch: „Ihr sucht euch jetzt einfach einen Hänger, auf dem noch niemand drauf steht.“ Ohne Eis und klirrende Kälte, die die Weihnachtsbaumsammler auch schon hatten, hingen rasch die ersten Jacken an den Haken der Hänger – los ging’s.

Die erste Herausforderung bot gleich die Hofbrede hinterm Bürgerhaus: Drei Meter dürfte der Straßen-Weihnachtsbaum der Nachbarschaft gehabt haben. Er sah allerdings klein aus im Vergleich zu dem, was die Sammler etwas weiter am Ginsterweg erwartete. „Wir entsorgen auch Monstertannen“, lautete der Mut machende Kommentar, bevor sich vier Erwachsene an das Hochwuchten des Fünf-Meter-Baums machten. Während die Großen kräftig anpackten, liefen die Kinder die Straßen entlang, klingelten an den Haustüren und sammelten Spenden für die Baumentsorgung ein. Manchmal gab es obendrauf auch Süßigkeiten.

Pausen erzwang gelegentlich die Routenplanung ohne Navi. Kommt der Hänger durch die Kürschnerstraße? „Ich fahre überall“, stellte der Fahrer fest. „Das ist die richtige Einstellung“, kam die Antwort vom Hänger. Nur, dass es sich an einigen Stellen nicht so Recht lohnte. Fast entschuldigend meinten manche Hausbewohner, dass ihre künstlichen Tannen schon wieder eingepackt auf das nächste Fest warten würden.

Einen Regenschauer später und nach den wärmenden Suppen für alle in der Bürgerscheune zählten die Pfadfinder um kurz nach 16 Uhr 1900 Euro Nettoerlös. Die Zahl der Bäume nehme ab, die Spendensumme stagniere, fasste Pfadfinderchef Andre Löckener zusammen. Zugleich sei die Zahl der Helfer aus den Jugendverbänden gestiegen. Das führte Löckener darauf zurück, dass die Spenden erstmalig den beteiligten Verbänden zufließen.

Turbo-Tannenbaumsammler

Alfred Riese, Westfälische Nachrichten

 

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